Manfred Lütz auf göttlichem Streifzug

10. Oktober 2007

Der Psychiater, Theologe und Buchautor Manfred Lütz erörtert die „Gottesfrage“. Ganz ohne Wissenschaftsdeutsch, dafür mit Tiefsinn und Humor. Sympathisch und undogmatisch spricht er Klartext über Gott, die Welt, das Leben und die Ewigkeit. Ob Glaube, Atheismus, Kunst oder Musik: Lütz’ Spektrum ist groß, seine Gedanken sind allumfassend.

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2 Reaktionen zu „Manfred Lütz auf göttlichem Streifzug“

  1. Von Elisabeth Fuchs-Eitel

    Sehr geehrter Herr Lütz, Ich finde, Ihr Buch “Gott” ist ein bereichernder, beeindruckender und toller Überblick. Danke, das Sie Ihr reiches Wissen über die Gottesfrage so erfreulich “leicht-füßig” und persönlich verfügbar machen. Es war auch für mich als Leserin eine Chance, mir klarer zu werden in dieser wahrhaft entscheidenden Frage. Ich war aber auch zunehmend irritiert darüber, wie ein Mann mit so viel lässiger Klugheit so eingesperrt bleiben kann im Käfig des patriarchalen Denkens und Ausdrucks. Ich empfinde es als “eng”, mitzumachen beim Ausschluß des Weiblichen aus der Sphäre des Göttlichen, wie es sich nun mal über die Sprache vermittelt. Hat nicht ein kluger Mann einstens geschrieben, dass sich Machtverhältnisse in Sprachverhältnissen ausdrücken ?
    Es schmerzt mich, auf diese Weise wieder einmal eine zusätzliche Hürde aufgerichtet zu bekommen auf dem Weg der ERkenntnis und des Glaubens. Dabei erscheint mir Ihr Versuch, das “alte Mütterchen” vom Ruch des SExismus freizuhalten wie eine Sternschnuppe im VErgleich zur Schönheit des Sternenhimmels einer gerechteren Sprache und damit auch Welt.
    Und dass ich Ihre “Vorab-Bemerkung unter Berufung auf Jürg Willi” erst nachträglich entdeckte, hat wohl mit dem “Kleingedruckten” zu tun. Also nochmals eine Sternschnuppe.

  2. Von R.M.

    Sehr geehrter Herr Dr. Lütz,

    ich habe eines Ihrer Interviews am Fernsehen verfolgt. Erfrischend fand ich, dass Sie mithelfen möchten, das Christentum von dem Jahrhunderte alten Mief der Sinnenfeindlichkeit zu befreien. Befremdlich fand ich aber z.B. das Argument, dass Sie als Argument für die Existenz von Gott etwa anführen, dass in uns ein Trieb zu moralischem Verhalten und Anständigkeit existiert, der rational nicht zu erklären sei, etwa im Satz “Was hindert mich, das perfekte Verbrechen zu begehen, wenn kein Gott mich dafür bestraft ?”. Wenn Sie das so sehen, dann haben Sie offenbar einen ganz wichtigen Teil der neueren Forschungsergebnisse von Evolutionsbiologie und Ökonomie übersehen, in welchen klar zum Ausdruck kommt, dass Individuen, die Solidarität im Allgemeinen hochhalten und ihre Familienmitglieder und Stammesbrüder und -schwestern nicht bescheissen, auf die Länge bessere Erfolgs- und Fortpflanzungschancen haben als ihre betrügerischen Konkurrenten.
    So einfach ist das, und der Platz für das “universale Bewusstsein” oder wie Sie es immer nennen wollen, wird wieder um ein ganz erhebliches Stück enger, wenn Sie diese Theorie noch nicht ganz aufgeben wollen …

    Freundliche Grüße

    R.M.